Wir leben in Zeiten in denen es den politischen Parteien aller Coleur weit mehr darum geht der gegnerischen Partei ein paar Wählerstimmen zu stiebitzen, als längst überfällige Probleme im Sinne des Gemeinwohls zu lösen. Das ist dem politisch aufgeklärten Bürger suspekt und lästig. Es geht um Macht und weniger um Inhalte. Anstatt Einigkeit, gibt es schwerfälligen Disput. Anstatt Gemeinsamkeit regiert eine wenig zielführende Diversifikation.

Bis vor wenigen Wochen hätte man diese Sicht der Dinge fast 1:1 auch auf unseren Berufsstand übertragen können. Aber dann kam doch alles erfreulich anders: Die Präsidien des „dental excellence International laboratory Network e.V., der European Association of Dental Technology (EADT), der Fachgesellschaft für Digitale Zahntechnik e.V. (FDZt) und des Vereins zur Förderung der Digitalen Zahntechnik e.V. (VFDZt) trafen sich in Berlin und beschlossen die Gründung eines gemeinsamen Dachverbandes. Somit werden die Mitglieder aller vier Vereine über kostenneutrale Sammelmitgliedschaften auch Mitglied in dem neuen Dachverband – der Fachgesellschaft für Zahntechnik (FZt). Jeder Verein bleibt für sich aktiv und wahrt seine Traditionen, jedoch wird die Fachgesellschaft künftig die gemeinsamen Interessen aller Vereine und ihrer Mitglieder koordinieren und auch gemeinsame Aktivitäten organisieren. Das verspricht auf jeden Fall deutlich mehr Präsenz, Schlagkraft und Aufmerksamkeit im Dentalmarkt. Eben alle für eine – eine für alle.

In der Zielsetzung der neuen Fachgesellschaft erkennt man selbstverständlich die Gene der renommierten Gründungsvereine: So steht die Wahrung der handwerklichen Tradition und die Förderung der Qualitätsprothetik für die ureigenen Interessen des „dental excellence e.V.“ , die Implementierung der digitalen Technologien für die Zielsetzungen der FDZt, die Vernetzung von Anwendungstechnik und Wissenschaft für die Anliegen der EADT und der Aufbau einer gemeinsamen Nachwuchsförderung für die VFDZt. Einigkeit bestand aber in der Gründungsversammlung u.a. darüber, dass diese Ziele problemlos von allen Vereinen unterstützt werden können und sie allesamt der Entwicklung einer zukunftsorientierten Zahntechnik dienen.

Was die Fachgesellschaft zusätzlich ausmacht, ist das längst überfällige Bestreben ein zeitgemäßes Selbstverständnis für die Zahntechnik zu etablieren. Dabei definiert sich die Zahntechnik als ein auf wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgebildetes Handwerk mit Patientenkontakt. Aus Sicht der FZt kann der Zahntechniker ohne Patientenkontakt den zahnärztlichen Auftrag zur Herstellung ästhetisch und funktionell hochwertigen Zahnersatzes nur unzureichend erfüllen. Die von vielen Zahnärzten gewünschte zahntechnische Expertise ist heute ein fester Bestandteil einer erfolgreichen zahnärztlich-prothetischen Behandlungsplanung. Eine Behandlung des Patienten durch den Zahntechniker ist allerdings eindeutig ausgeschlossen und wird von der Fachgesellschaft auch nicht angestrebt.

Natürlich begrüßt die FZt die Zusammenarbeit mit der Dentalindustrie, wird aber zunehmend darauf achten, welche Firmen sich im Sinne des zahntechnischen Berufsstandes engagieren. In der Vergangenheit war nicht alles was entwicklungstechnisch machbar war, auch für uns Zahntechniker wirtschaftlich vorteilhaft und zielführend. Umgekehrt sind aber von zahntechnischer Seite noch viele Entwicklungswünsche unberücksichtigt. Die FZt wird gerne an den Entwicklungen der Dentalindustrie beratend teilhaben, diese hinterfragen und die Wünsche und Anforderungen einer zukunftsorientierten Zahntechnik einbringen.

In Summe ist die FZt der zahntechnische Dachverband, der die fachlichen Anliegen der Zahntechnik selbstbewusst und kritisch nach außen vertritt. Sie sieht sich als Ansprechpartner für die Öffentlichkeit, die Zahnärzteschaft und zahnmedizinische Verbände. Sie sucht die nötigen Antworten auf alle fachlichen Herausforderungen unseres Berufsstandes. Sie wird zum Link zwischen Forschung, Wissenschaft und Anwendungstechnik und ist ein wichtiger Ansprechpartner für die Dentalindustrie und für alle Fachverlage.

Auf einem eigenen Fachkongress werden sich die genannten Verbände unter dem Dach der FZt das erste Mal gemeinsam präsentieren. „Expertise – der Kongress“ heißt das neue Format und findet das erste Mal am 09. und 10. September 2016 im „K“ dem neuen Kultur- und Kongresszentrum in Stuttgart/Kornwestheim statt. Merken Sie sich den Termin bereits heute vor. Details folgen baldmöglichst.

„Wir stärken das zahntechnische Labor als Kompe-tenzzentrum für digitale Planungs- und Fertigungs-technologien …“

Björn Roland

(FDZt)

„Wir verlinken Wissenschaft und Anwendungstechnik und sorgen für die fachliche Kompetenz in der Zahntechnik …“

Andreas Kunz

(EADT)

„Wir stehen als Experten für Zahnersatz an der Seite unserer Zahnärzte und geben gemeinsam alles für unsere Patienten …“

Hubert Schenk

(dental excellence)

„Die Förderung des zahntechnischen Nachwuchses ist entscheidend für die Zukunft des Handwerks. Fördern Sie mit!“

Ralf Suckert

(VFDZt)