„Gedacht heißt nicht immer gesagt.
Gesagt heißt nicht immer richtig gehört.
Gehört heißt nicht immer richtig verstanden.
Verstanden heißt nicht immer einverstanden.
Einverstanden heißt nicht immer angewendet.
Angewendet heißt noch lange nicht beibehalten.“

Kommunikation ist komplex. Zu komplex für die Berufsschüler des zahntechnischen Handwerks? Auf keinen Fall. Aber in der Vorbesprechung warnte ich Friederike Eberhard, Fachlehrerin am OSZ Berlin vorsorglich: „Eigentlich ist das Intensivseminar für Laborinhaber oder Zahnärzte ausgelegt.“ Sie winkte ab. Sie vertraute in die Fähigkeiten ihrer Schüler und gemeinsam beschlossen wir das anspruchsvolle Programm weitgehend bei zu behalten. Fast sechs Stunden Intensivschulung mit zirka 20 Schülern und einigen Fachlehrern. Unterbrochen von praktischen Übungen, bei denen immer wieder Schüler wie Lehrer ihr Kommunikationstalent unter Beweis stellen durften.

Worum geht es bei der Kommunikation? Kommunikation nennt man ein Beziehungsgeschehen zwischen Menschen, das auf Verständnis abzielt. Leider offenbaren viele in ihrem beruflichen Alltag erhebliche Kommunikationsdefizite. Es mangelt dabei an Authentizität, Sicherheit und Selbstbewusstsein. Wir müssen jedoch tagtäglich gekonnt und zielorientiert mit unseren Kollegen, dem Chef, den Teampartnern, den Mitarbeitern und natürlich auch mit unseren Patienten kommunizieren. Die gute Nachricht: Kommunikation kann man lernen. Und dazu erklärten sich die 20 jungen Kursteilnehmer gerne bereit.

Auf dem Programm standen u.a. die Strukturen einer effektiven Kommunikation, wie man die richtigen Worte findet, das aktive Zuhören, wie man Konfliktsituationen erkennt und gekonnt deeskaliert und die spannende Thematik der Körpersprache. Zum Abschluss wurde auch noch die Kommunikation mit dem Patienten, die immer mehr in Fokus unserer täglichen Arbeit rückt, gestreift.

Kleine praktische Übungen zum Thema Sprechdenken oder aber zur besseren Wahrnehmung der eigenen Körpersprache sowie vielerlei Beispiele aus dem gelebten Berufsalltag, machten das Intensivseminar für Schüler wie Lehrer kurzweilig und spannend – wie man mir attestierte. Für mich als Seminarleiter vergingen die sechs Stunden wie im Fluge. Es war toll so engagierte Kursteilnehmer zu haben. Dafür vielen Dank!

Und da mich wieder einmal Yuhki Oka mit seiner Kamera begleitetet hat, muss ich diese Behauptung nicht einfach so im Raum stehen lassen, sondern habe Euch auch noch ein bisschen Kursatmosphäre und ein paar Statements mitgebracht. Was mich besonders gefreut hat: Auch die Fachlehrer hatten begeistert teilgenommen. Das ehrt das Thema und den Referenten.

Die Berufsschulen, die ihren Schülern ebenfalls die Kommunikation näher bringen möchten, dürfen sich gerne bei mir melden. Wenn ich es ermöglichen kann, unterstütze ich den Unterricht gerne als externer Referent. In 2018 bin ich wieder in Berlin eingeplant und zusätzlich finden zwei Intensivseminare an den Berufsschulen in Karlsruhe und Zug (Schweiz) statt. Und selbstverständlich gibt es auch wieder Seminare in diversen gewerblichen Laboratorien und Zahnarztpraxen. Denn es geht ja wohl nicht an, dass der Auszubildende mehr von Kommunikation versteht als der Chef, oder? Daher bin ich gleich Anfang des Jahres 2018 als Kursreferent zu Gast bei der Zahntechniker Innung in Düsseldorf eingeladen. Mein Ziel für 2018: Lasst uns gemeinsam versuchen, die Grenzen unserer kommunikativen Kompetenz zu sprengen. Es geht vielleicht nicht alles, aber gemeinsam meist mehr als man vermutet.

Ralf Suckert

Und das schreibt Miriam Buß (Z512) über das Intesivseminar:

Warum brauchen wir Kommunikation in der Zahntechnik?

  1. Wir kommunizieren mit unseren Kollegen
  2. … mit unseren Kunden, den Zahnärzten
  3. … mit den Patienten und
  4. unserem Chef

Wir sehen, Kommunikation ist in diesem Beruf allgegenwärtig. Am 12.07.2017 haben wir uns im Kommunikationskurs näher mit dem Thema befasst. Im Kurs haben wir uns einen roten Faden zurechtgelegt, wie genau man ein Gespräch beginnt, was und wie der Anfang interessant gemacht werden kann und wie ich meinen Gesprächspartner dazu bekomme, mir zuzuhören. Der Leitspruch war hier: ,,Wer fragt, der führt.“ Um das zu trainieren und zu veranschaulichen, haben wir uns u.a. mit „Sprechdenken“ befasst. Des Weiteren haben wir uns über Kommunikationsstile unterhalten.

Uns fiel auf, dass es mehrere Arten von Kommunikation gibt. Klar, reden ist eine davon, aber wir haben erkannt, dass es doch noch einige mehr gibt, wie z.B. die Mimik. Oftmals verrät nämlich auch die Mimik sehr viel. Dies konnten wir anhand eines Selbstversuches mit Spiegeln testen. Wir haben uns dann näher mit der Mimik beschäftigt und uns zusätzlich Bilder angeschaut, bei denen wir die Gefühlslage anderer interpretieren sollten. Hier stellten wir fest, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, einen Gesprächspartner richtig zu deuten. Durch falsche Deutungen können dann auch Missverständnisse entstehen.

Umso besser wir unser Gegenüber einschätzen können, desto einfacher ist es mit ihm zu kommunizieren. Ganz wichtig ist hierbei, das aktive Zuhören. Nur so können wir unseren Gesprächspartner verstehen und auf ihn angemessen reagieren. Wenn wir wissen, was für ein Typus Mensch uns gegenüber steht, dann können wir unsere Gesprächsführung anpassen und schneller ans Ziel gelangen.

Zum Abschluss haben wir uns mit Konflikten befasst. Wir haben gelernt, wie diese gelöst werden können und – besser noch – wie wir sie vermeiden. Oftmals ist das Problem die fehlende Kommunikation. Wir kommunizieren zu wenig und zu ungenau über unsere Arbeit. Dadurch entstehen Missverständnisse und Unklarheiten. Um ein perfektes Ergebnis zu erzielen, ist eine gute Kommunikation zwischen Patient, Zahnarzt und Zahntechniker ausschlaggebend.

Schlussendlich fand ich den Kommunikationskurs sehr aufschlussreich und überaus interessant. Ich habe viel Spaß gehabt und werde Vieles im Beruf anwenden.

Zahntechnik lebt...

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