Eine Zukunftsinitiative
für ein prosperierendes
Miteinander von Dentalindustrie
und zahntechnischem Handwerk 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zur Vorgeschichte: Anfang des Jahres 2018 kam es zu einem ziemlich ungewöhnlichen Treffen zwischen Führungspersönlichkeiten großer Dentalfirmen und der Fachgesellschaft für Zahntechnik. Das Thema war: „Was die Zahntechnik wirklich bewegt …“ und es sollte „Klartext“ gesprochen werden. Als Gäste geladen waren die Firmen Bego, Vita, GC, Straumann, Ivoclar, Dentsply Sirona, Heraeus, Camlog, Henry Schein und  Kuraray Noritake. Die Fachgesellschaft für Zahntechnik (FZT e.V.) wurde durch die Kollegen Patrick Zimmermann (Suisse Dental Laboratories), Rudi Hrdina (A), Peter Kappert, Kurt Reichel, Björn Roland, Christian Moss, Hubert Schenk, Alois Lubberich und Dominik Kruchen (VDZI) vertreten. Die Moderation übernahm Ralf Suckert, der Generalsekretär der FZT.

Die meisten der oben genannten Kollegen hatten eine Präsentation vorbereitet und innerhalb kürzester Zeit entlud sich sachlich, aber klar und deutlich der gesamte Unmut, der sich in der Zahntechnik in den letzten Jahren aufgestaut hatte. Dabei wurde deutlich ausgedrückt, dass die Laboratorien kein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit mit Dentalfirmen haben, bei denen die Zahntechnik als Kunde nicht mehr respektiert wird, oder – schlimmer noch –  die beabsichtigen als Wettbewerber bei den Zahnarztpraxen aufzutreten. Es wurde betont, dass einige Firmen dabei sind, jedes Vertrauen bei ihrer zahntechnischen Kundschaft zu verspielen. Dem Versuch, ein funktionierendes Gesundheitswesen aus Gewinnsucht umzustrukturieren oder die Zahntechnik als Leistungsträger zu umgehen, wurde eine klare Absage erteilt. Genauso wenig wurde akzeptiert, dass die Industrie versucht zahnärztlichem Hilfspersonal zahntechnische Kompetenz und Fähigkeiten zuzuschreiben.

Die Reaktion der Industrievertreter fiel ganz unterschiedlich aus. Während die meisten Firmen die herbe Botschaft mit Betroffenheit analysierten und zum Teil sogar versöhnliche Worte fanden (z.B. Ivoclar), empfanden andere die Botschaften und den Ärger der Zahntechniker geradezu als unverschämt. Die anwesenden Vertreter der Firmen Straumann und Sirona Dentsply überlegten sogar die Veranstaltung zu verlassen, so ungerecht fühlten sie sich angegangen.

Der Moderator betonte, dass dieser „Klartext“ als Stimmungsbild des zahntechnischen Marktes zu bewerten sei. Ein Stimmungsbild, das die Firmen  ohne weitere Marktforschung kostenfrei von dieser Veranstaltung mitnehmen dürften. Dann ermahnte er die Anwesenden die Vergangenheit ruhen zu lassen,  die Diskussion zu versachlichen und regte an, eine gemeinsame Zukunftsvision aufzubauen. Eine Zukunft, welche die Interessen der bestehenden und gut funktionierenden Kleinunternehmen (Zahntechnikern und Zahnärzten) genauso berücksichtigt, wie die der Dentalindustrie. Alle sollten die Möglichkeit haben zu prosperieren – ohne an der grundlegenden Struktur des bewährten Gesundheitswesens zu rütteln.  Dieser Ansatz wurde allgemein begrüßt und ist Basis der „Initiative Zahntechnik“, die wir hier vorstellen möchten.

 

Die Veranstaltung in Pfronten war nur ein Anfang, was dann folgte waren viele Detailgespräche mit der Dentalindustrie. Meist erfolgreich. Manchmal auch enttäuschend. Die Firmen Straumann und Sirona Dentsply haben sich aus dem Bündnis zurückgezogen. Andere sind dazu gekommen. Hier nun die drei Eckpfeiler, man könnte auch sagen der Verhaltenskodex dieses Bündnisses:

1. „Die Bündnispartner anerkennen die Bedeutung der zahntechnischen Expertise. Es besteht Einigkeit, dass die Zahntechnik für eine hochwertige prothetische Zahnheilkunde unverzichtbar ist.“ Kommentar: Die prothetische Expertise liegt schon heute im zahntechnischen Handwerk und macht diesen Berufsstand unverzichtbar für die prothetische Zahnheilkunde. Firmen, die beginnen an der Zahntechnik vorbei Zahnersatz an den Zahnarzt zu liefern, können kein Bündnispartner der Zahntechnik sein. Sie sind ein Mitbewerber. Dies ist die berühmte „rote Linie“, die unser Vorstand und unsere Mitglieder sorgsam verteidigen. 

2. „Die Bündnispartner entwickeln gemeinsam Szenarien für die Zukunft des zahntechnischen Handwerks.“ Kommentar: Die Zahntechnik will als Kunde respektiert, gehört und berücksichtigt werden. Firmen deren Strategien, keinen Platz für eine prosperierende Zahntechnik vorsehen, können nicht Bündnispartner sein. Wir sind bereit unsere Expertise in die Szenarien einzubringen und gemeinsam mit der Dentalindustrie unser aller Zukunft zu gestalten.

3. „Die Bündnispartner unterstützen die Nachwuchsförderung der FZT e.V. Dies geschieht durch Übernahme von Azubi-Patenschaften.“ Kommentar: Hunderte? Nein – weltweit arbeiten sicherlich tausende Zahntechniker für Dentalindustrie und -handel. Doch wer hat diese hochqualifizierten Kollegen ausgebildet? Das zahntechnische Meisterlabor. Daher ist es sicherlich keine Fehlbitte, wenn wir bei der Dentalindustrie und -handel anfragen, sich angemessen an der gemeinnützigen Nachwuchsförderung der FZT zu beteiligen. Als angemessen erachten wir eine Azubi-Patenschaft pro angestelltem Zahntechniker (je € 150.– pro Jahr) oder eine pauschale Fördermitgliedschaft. Das erscheint uns fair und nutzbringend für alle Beteiligten. 

 

Hinweis: Firmen, die sich diesem Bündnis anschliessen wollen, dürfen das Logo der „Initiative Zahntechnik“ als eine Art Siegel nutzen. Sie machen damit für jeden Kollegen kenntlich, dass sie hinter der Zahntechnik stehen und keinen fertigen, einsetzbaren Zahnersatz an den Zahnarzt liefern. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern wird der Vorstand der FZT immer wieder überprüfen, wem dieses Siegel zusteht oder wer das Bündnis ggf. verlassen muss.

Terminvormerkung: Die FZT wird zu Jahresanfang weitere Vertreter aus Dentalindustrie- und handel zu einem „Kamingespräch“ einladen und dabei über die Ziele der FZT und der „Initiative Zahntechnik“ berichten. Dann heisst es wieder: Klartext!
Wann? 25. Januar 2019 von 11:00 bis 13:00 Uhr
Wo? Frankfurter PresseClub e.V. | Ulmenstraße 20 | 60325 Frankfurt
Wer? Nur auf persönliche Einladung des Präsidiums der FZT

Zahntechnik lebt...

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